Bernstein gehört zu den beliebtesten Schmucksteinen überhaupt – und leider auch zu den am häufigsten gefälschten. Viele günstige „Bernstein“-Stücke aus dem Internet sind in Wahrheit Plastik, Glas oder gepresstes Kunstharz. Mit diesen fünf Tests erkennen Sie echten Bernstein zu Hause – ohne Spezialwerkzeug.
Was Bernstein überhaupt ist
Bernstein ist kein Stein. Es ist fossiles Harz von Nadelbäumen, die vor rund 40 Millionen Jahren im heutigen Ostseeraum wuchsen. Das Harz floss aus den Stämmen, wurde begraben und härtete über Jahrmillionen aus. Deshalb ist Bernstein warm im Ton, leicht in der Hand – und manchmal sind Insekten darin, die damals im klebrigen Harz stecken blieben.
Warum so viel gefälscht wird
Echter Bernstein ist begehrt und begrenzt. Kunstharz sieht auf einem Foto fast identisch aus und kostet nichts. Deshalb ist der Markt voll davon – besonders auf Ferienmärkten und in Onlineshops ohne Herkunftsangabe.
1. Der Salzwasser-Test (der zuverlässigste)
Lösen Sie 7–10 Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser auf und legen Sie den Stein hinein. Echter Bernstein schwimmt oder schwebt. Plastik und Glas sinken zu Boden. Der Grund: Bernstein hat eine Dichte von etwa 1,05 g/cm³ – knapp über Süsswasser, aber unter Salzwasser.
Achtung: Das funktioniert nur bei losen Steinen. Bei gefasstem Schmuck zieht das Silber den Stein nach unten – der Test ist dann wertlos.
2. Der Wärme- und Geruchstest
Reiben Sie den Bernstein kräftig an einem Wolltuch oder zwischen den Handflächen. Echter Bernstein wird schnell handwarm und gibt einen feinen, harzigen Duft ab – ähnlich wie Kiefernharz oder Weihrauch. Plastik riecht chemisch oder gar nicht. Glas und Stein bleiben kühl.
3. Der UV-Licht-Test
Unter einer UV-Lampe zeigt echter Bernstein eine bläuliche oder grünliche Fluoreszenz. Viele Fälschungen leuchten gar nicht oder in einem stumpfen Gelb. Eine kleine UV-Taschenlampe gibt es günstig – der Test dauert zwei Sekunden.
4. Der statische Test
Bernstein lädt sich elektrostatisch auf – das wussten schon die alten Griechen. Das Wort „Elektrizität“ stammt vom griechischen Wort für Bernstein: Elektron. Reiben Sie den Stein an Wolle und halten Sie ihn über kleine Papierschnipsel: Echter Bernstein zieht sie an.
5. Der Blick ins Innere
Echter Bernstein ist selten perfekt. Kleine Lufteinschlüsse, feine Risse, wolkige Strukturen, Farbverläufe oder sogar eingeschlossene Pflanzenteile sind Zeichen der Echtheit. Verdächtig ist perfekt gleichmässiges, blasenfreies Honiggelb – die Natur arbeitet nicht so sauber. Ebenso verdächtig: identisch aussehende „Steine“ und glitzernde Einschlüsse in Discokugel-Optik, typisch für gepresstes Kunstharz.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Der sicherste Weg zu echtem Bernstein ist der Kauf bei einem Händler, der die Herkunft offen deklariert. Achten Sie auf:
- Klare Materialangaben: „Echter Bernstein“ oder „Natur-Bernstein“ statt vager Begriffe wie „Bernstein-Optik“ oder „Amber-Style“
- Hochwertige Fassungen: Echter Bernstein wird selten in Billigmetall gefasst – 925er Sterlingsilber ist ein gutes Zeichen
- Realistische Preise: Echter Bernstein hat seinen Wert. Extrem billige Angebote sind fast immer Fälschungen
In unserer Bernstein Kollektion finden Sie ausschliesslich echten Ostsee-Bernstein, gefasst in rhodiniertem 925er Sterlingsilber – von Ohrringen über Armbänder bis zu Halsketten. Worauf sich das stützt, lesen Sie unter Qualität & Zertifikate.
Unsicher, welcher Stein zu Ihnen passt? Der Beitrag Welcher Edelstein passt zu mir? hilft weiter.