Sieben Steine, sieben Charaktere
Die meisten Menschen wählen ihren Stein nach der Farbe – und das ist völlig in Ordnung. Aber jeder Stein hat auch eine Geschichte. Hier ist der Überblick.
Amethyst – Violett
Ein Quarz, gefärbt durch Eisenspuren im Kristallgitter. Der Name kommt aus dem Griechischen: a-methystos, „nicht betrunken" – die Griechen tranken aus Amethyst-Bechern, weil sie glaubten, das schütze vor Rausch. Traditionell der Stein der Klarheit.
Bernstein – Honiggold
Kein Mineral, sondern fossiles Baumharz aus der Ostsee – 40 Millionen Jahre alt. Manchmal sind Insekten darin eingeschlossen. Bernstein ist so leicht, dass er auf Salzwasser schwimmt.
Tigerauge – Goldbraun
Der Schimmer entsteht durch feine parallele Quarzfasern, die das Licht bündeln – wie bei einem Katzenauge. Bei jeder Bewegung wandert ein heller Streifen über den Stein. Der Effekt heisst Chatoyance.
Lapis Lazuli – Königsblau
Tiefes Blau mit goldenen Pyrit-Einschlüssen. Aus Afghanistan, seit 6000 Jahren abgebaut. Wurde im Mittelalter zur Farbe Ultramarin zermahlen – teurer als Gold.
Labradorit – Schillernd
Von aussen grau und unscheinbar. Kippt man ihn ins Licht, blitzt er blau, grün, gold. Der Effekt heisst Labradoreszenz und entsteht durch Lichtbrechung an mikroskopischen Schichten im Stein.
Türkis – Himmelblau
Unser Türkis ist Sleeping Beauty Türkis aus Arizona – berühmt für sein reines Blau ohne dunkle Adern. Die Mine ist seit Jahren geschlossen, das Material wird zunehmend selten und teurer.
Rosenquarz – Zartrosa
Milchig-rosa Quarz, seit der Antike mit Zuneigung verbunden. Der klassische Stein für ein Geschenk, wenn es etwas bedeuten soll.
Ein Hinweis zur Steinheilkunde
Die Zuschreibungen zu Edelsteinen sind kulturelle Überlieferung, keine medizinische Aussage. Wir nennen sie, weil sie zur Geschichte der Steine gehören – aber ein Stein ersetzt keinen Arzt.
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